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CO2 Emissionen berechnen


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CO2 Emissionen berechnen


DER STANDARD ZUR BERECHNUNG DES CO2-FUSSABDRUCK

GHGP CORPORATE ACCOUNTING AND REPORTING STANDARD


CO2-Emissionen werden in drei verschiedenen Bereichen, den sog. Scope 1, Scope 2 und Scope 3 berechnet. Das international anerkannte Greenhouse Gas Protocol hat im Corporate Accounting and Reporting Standard festgelegt, dass Unternehmen mindestens die Bereiche Scope 1 und Scope 2 berechnen müssen, wenn ein aussagekräftiger CO2-Fussabdruck erstellt werden soll. Die Berechnung von CO2-Emissionen im Bereich Scope 3 ist optional, kann aber für einige Branchen interessante Zusatzinformationen liefern.

Bereits an diesem Punkt soll aber darauf hingewiesen werden, dass der berechnete CO2-Fussabdruck lediglich die Basis für die CO2-Kompensation bzw. die Klimaneutralstellung darstellt. Ob und welche Bereiche später kompensiert werden, kann das Unternehmen selbst bestimmen. Klimaneutralität ist kein rechtlich definierter Begriff. Unternehmen, Organisationen und Immobiliengesellschaften, die CO2 kompensieren, müssen vielmehr darauf achten, dass sie ihr Engagement richtig kommunizieren. Wir unterstützen gerne!


Im Jahr 2015 kamen ca. 25 Millionen Passagiere am Flughafen Palma de Mallorca an. Bei durchschnittlich 1000 km Flug entspricht dies ca. 5 Millionen Tonnen CO2e-Emissionen.
— Flughafen PMI
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Scope 1 Emissionen


Scope 1 Emissionen


SCOPE 1 CO2 EMISSIONEN BERECHNEN

DIREKTE EMISSIONEN AUS der VERBRENNUNG FOSSILER ENERGIETRÄGER


In Scope 1 werden im CO2-Fussabdruck alle direkten Emissionen aus der Verbrennung von fossilen Energieträgern wie Erdgas, Erdöl und Kohle sowie alle Verflüchtigungen aus Leckagen berechnet. Fossile Energieträger werden genutzt, wenn Sie mit den "Fahrzeugen" Ihres Fuhrparkes Treibstoff (Benzin, Diesel, Kerosin) tanken und diese dann später im Motor verbrannt werden. Gleiches gilt, wenn Sie "Wärme" generieren möchten. In diesem Fall verbrennen die Heizungsanlagen die jeweiligen Energieträger wie z.B. Heizöl oder Erdgas.

Im CO2-Fussabdruck werden auch CO2-Emissionen aus Gasverflüchtigungen erhoben. Typischerweise aus Leckagen und Nachfüllungen in Ihren Klima- und Kühlanlagen, aber auch komplette (Erdgas-)leitungen können betroffen sein. Optimalerweise sollten bei diesen Anlagen auf Grund von geschlossenen Kreisläufen keine Nachfüllungen nötig sein. Manchmal kommt es aufgrund nicht entdeckter Risse in den Leitungen aber zu Verflüchtigungen. Diese werden dann erst bei Ausfall oder Wartung der Anlage endeckt.

Scope 1 sind also die Emissionen, die direkt aus Ihrem Anlagevermögen bzw. Wirkungskreis in die Atmosphäre gelangen und deshalb besondere Beachtung erfahren sollten. Optimiert werden kann dieser Bereich nur durch eine langfristige Umstellung der Energiequellen, bessere Dämmungskonzepte und Investition in effizientere oder alternative Antriebskonzepte. Stellt das Unternehmen z.B. einen Teil der Flotte auf Elektrofahrzeuge um, so ziehen diese keine Emissionen mehr in Bereich Scoope 1 nach sich. Warum? Weil CO2-Emissionen aus Stromverbrauch im Bereich Scope 2 erhoben werden. Dort können diese sogar bis auf "NULL" reduziert werden.

Gehört Ihr Unternehmen zum Kreise der Energieversorger, so werden die Emissionen aus dem Verbrennen der fossilen Energieträger zur Produktion von Strom ebenfalls im Bereich Scope 1 des CO2-Fussabdruckes berechnet. Diese Unternehmen agieren im Normalfall aber im Rahmen des EU-Emissionshandelssystems und sind dort verpflichtet ihre CO2-Emissionen zu erfassen und einen Teil davon durch CO2-Emissionsrechte auszugleichen. Gleiches gilt auch für Unternehmen mit Prozessemissionen wie z.B. die Metall- und Zementindustrie.


Die Verbrennung eines Liters Treibstoff führt zu ca. drei Kilogramm CO2e-Emissionen. Durchschnittlich sieben Tankfüllungen führen also zu einer Tonne CO2e-Emissionen.
— DEFRA UK
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Scope 2 Emissionen


Scope 2 Emissionen


SCOPE 2 CO2 EMISSIONEN BERECHNEN

ENERGIEBEDINGTE INDIREKTE EMISSIONEN AUS STROM, DAMPF UND FERNWÄRME.


In Scope 2 finden sich im CO2-Fussabdruck alle die Emissionen, die aus dem Konsum von Energie in Form von Strom, Fernwärme oder Dampf entstehen. Nun fragen Sie sich vielleicht zurecht, wo genau denn hier überhaupt Emissionen produziert werden? In diesem Fall finden die Verbrennungen von fossilen Energieträgern entweder direkt in den Erdgas- oder Kohle-Kraftwerken der Energieversorger oder anderer dritter Stellen statt. Da dies nicht direkt bei Ihnen ist, spricht man hier von indirekten CO2-Emissionen. Diese indirekten CO2-Emissionen werden laut Standard aber trotzdem in Ihrem CO2-Fussabdruck, nämlich im Bereich Scope 2 erfasst.

Interessant ist aber, dass Unternehmen die Möglichkeit haben, die Emissionen im Bereich Strom ganz einfach selber komplett auf "Null Emissionen" zu setzen. Dies wird möglich durch die Auswahl eines zertifizierten Grünstromtarifes, da die Produktion von Energie aus regenerativen Quellen keine CO2-Emissionen nach sich zieht. Es werden zwar Emissionen beim Bau der Wasser- bzw. Windkraftwerke bzw. bei den Solarpanels verursacht, diese werden aber dann im Bereich Scope 3 berücksichtigt. Hier kommt dann auch wieder der Fuhrpark ins Spiel. Elektroautos, die grünen Strom "tanken", ziehen im täglichen Betrieb keine CO2-Emissionen im Bereich Scope 2 nach sich.

Natürlich kommen in diesem Bereich auch eigene Anlagen wie z.B. Photovoltaik in Betracht. Diese Anlagen produzieren grünen Strom, welcher dann entweder selbst konsumiert oder EEG-konform in das (deutsche) Netz eingespeist wird. Für Ihren CO2-Fussabdruck können diese EEG-Anlagen zweifach interessant sein. Erstens zieht die Energie aus regenerativen Quellen keine CO2-Emissionen nach sich. Zweitens müssten zumindest theoretisch kein Kohle- oder Erdgaskraftwerk laufen, wenn Sie Ihren Strom dafür ins Netz einspeisen. Diese "vermiedenen" CO2-Emissionen machen sich möglicherweise bei der Kompensation des CO2-Fussabdruckes positiv bemerkbar.

MERKE: Die Scope 2 Emissionen eines Unternehmens sind immer die Scope 1 Emissionen anderer Unternehmen. Der jeweilige Energieversorger sollte die CO2-Emissionen ganzheitlich durch Klimaschutzprojekte kompensieren.


Die Nutzung einer Kilowattstunde Strom impliziert ca. 550 Gramm CO2e. Kommt der Strom aus regenerativen Quellen sinkt dieser Wert auf null Gramm CO2e im Bereich Scope 2.
— GHG Scope 2 market-based Standard
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Scope 3 Emissionen


Scope 3 Emissionen


SCOPE 3 CO2 EMISSIONEN BERECHNEN

INDIREKTE EMISSIONEN AUS VOR- UND NACHGELAGERTEN PROZESSEN.


Im optionalen Bereich Scope 3 finden sich alle Emissionen aus den vor- und nachgelagerten Prozessen der Wertschöpfungskette. Dazu gehören bei einem Normalstrom-Tarif und bei Treibstoffen die CO2-Emissionen aus Abbau, Transport und Verarbeitung der verbrannten fossilen Energieträger. Bei einem Ökostromtarif finden sich hier die berechneten Emissionen aus dem Bau der jeweiligen Kraftwerke.

Weitere Bereiche, die in der Praxis oft berechnet werden, sind die Emissionen aus der täglichen An- und Abfahrt der Mitarbeiter zu Ihrem Unternehmen, Geschäfts- und Flugreisen sowie der Papier- und Wasserverbrauch. Im Bereich Scope 3 gibt es aber insgesamt 15 offizielle Kategorien, die wir Ihnen bei Bedarf gerne näher erläutern und mit Ihnen gemeinsam auf Relevanz überprüfen.

Scope 3 Emissionen haben vor allem einen informellen Charakter in Ihrem CO2-Fussabdruck und sollen neue Potentiale zur Vermeidung von CO2-Emissionen aufdecken. Wichtig zu verstehen ist, dass auch Ihre Scope 3 Emissionen immer die Scope 1 Emissionen im CO2-Fussabdruck anderer Unternehmungen sind. Optimierungen erfolgen durch die richtige Auswahl der Rohstoffe und Geschäftspartner.

MERKE: Die Scope 3 Emissionen eines Unternehmens sind immer die Scope 1 (und Scope 2) Emissionen anderer Unternehmen. Die Verpflichtung zur CO2-Kompensation sollte vertraglich weitergegeben werden. Aldi Süd z.B. kompensiert CO2-Emissionen und verpflichtet Lieferanten dazu, ebenfalls CO2 zu kompensieren.


Durch die tägliche An- und Abreise zum Unternehmen werden je Mitarbeiter und Jahr durchschnittlich ca. eine Tonne an CO2e-Emissionen in die Atmosphäre abgegeben.
— KlimAktiv Rechner